Unsere Reise nach Florenz. Mehr als nur ein Städtetrip!

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Teresa Casamonti
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Ich liebe Florenz und nach Italien reise ich sowieso einfach immer wieder gern. Florenz hat wirklich nur einen einzigen Nachteil: Wie schön die Stadt ist, wissen leider auch sehr viele Menschen. Denn in kaum einer europäischen Stadt habe ich so viele Touristengruppen auf einem Fleck gesehen wie in Florenz. Was vielleicht auch daran liegen kann, dass das Zentrum von Florenz sehr klein ist und man alles fußläufig begutachten kann. Man läuft quasi von einer tollen Kulisse in die nächste. Von der Ponte Vecchio über die Piazza della signoria hin zum Duomo. So, wir meckern also auf sehr hohem Niveau, denn sonst kann ich wirklich nur schwärmen von bella Firenze in der Toskana.

Travel with kids - mehr als nur ein Hashtag

Manchmal gibt es auf einer Reise einen richtig magischen Moment, welcher einem ganz besonders in Erinnerung bleibt. In Florenz waren es ganze Tage, die mir in Erinnerung geblieben sind. Tage, die sich wie Alltag anfühlten und deshalb so besonders schön waren, weil sie mir das Gefühl gaben, für eine kurze Zeit in Florenz zu leben und damit eines, das ich mit nach Hause genommen habe. Und auch wenn es anstrengend war - der Flug und die Reise selbst, bin ich trotzdem froh, diesen Trip unternommen zu haben. Einmal mehr über mich hinauswachsen. Aus dem Alltag auszubrechen. Rauszukommen. Die Welt zu sehen. Zu leben und zu genießen. Italien, die Toskana, Florenz. Dort, wo das leckerste Essen der Welt auf uns wartete. Dort, wo uns die warme Sonne des Südens begrüßen sollte. Dem Alltag auch mal entfliehen. Auch wenn das Nerven kostet. Immer und immer wieder. Denn eines ist sicher: Mit Kindern bist du einfach langsamer. Zügig aufbrechen ist einfach nicht und daher unser Tagesablauf auch meist nicht vollgepackt. Genug Zeit für Unterbrechungen und Puffer sollte immer drin sein. Ist der Alltag doch schon stressig genug, dann bitte nicht auch noch im Urlaub.

Und plötzlich erleben wir diese kleinen, eigentlich so unscheinbaren, aber doch so besonderen Momente ganz neu. Du achtest nicht darauf, dass du in das hippste Restaurant mit den besten Bewertungen einkehrst. Nein, du kehrst dort ein, wo der nette Signore deine Tochter mit „que bella bionda“ begrüßt und dir freundlich zulächelt, während eines der Kinder dabei ist, die Decke vom Tisch zu reißen. Bei dem du die Herzlichkeit in den Augen sehen und die Gastfreundschaft spüren kannst. Du steuerst nicht auf Touristenattraktionen zu, weil sie im Reiseführer als besonders sehenswert markiert sind. Nein, du strandest dort, wo dich deine Kinder hinsteuern und wo es meist noch dazu um das Vielfache schöner ist. Und am Ende bist du stolz auf dich. Denn du stellst dich nicht nur der Herausforderung – nein – du wächst auch daran. Du wirst stärker. Du erweiterst dein Bewusstsein. Und diese Erkenntnis mit nach Hause zu nehmen, ist für mich, das wohl schönste Mitbringsel von jeder Reise. Egal, wo es uns hintreibt und egal, wie nervenaufreibend es auch mal sein mag...

Ein ganz normaler Tag in Florenz

Wer gerne in Museen geht, hat in Florenz die Qual der Wahl. Für einen Besuch sollte man allerdings auch ordentlich Zeit mitbringen, denn die Warteschlangen sind enorm. Und mal ehrlich: mit Kindern die Liste aller Museen abarbeiten? Keine gute Idee. Für beide Seiten anstrengend. Doch das bedeutet nicht, dass Florenz deshalb nicht weniger interessant ist. Ganz im Gegenteil nämlich. Fernab all der touristischen Attraktionen, fernab der Menschenmengen finden sich ganz zauberhafte Stellen, die Florenz wohl besser beschreiben und fühlen lassen, als es die Uffizien je könnten.

Auch wenn wir uns von sämtlichen Routinen unseres deutschen Alltags verabschiedet haben, in dem Moment als wir Italien erreicht haben, so haben wir doch ziemlich schnell neue gefunden. Ihr möchtet gerne erfahren, welche das waren? So lasst mich euch mitnehmen und durch Florenz führen - fernab von all dem, was ihr sonst so aus euren Reiseführern kennt:

Wir starten morgens mit einem Caffe und einem Brownie aus der Milkeria. Schlendern durch die Gassen, vorbei an kleinen, wunderschönen Boutiquen, Vintage Stores, weiter Richtung Piazza Santa Croce.

Die Liebe zu dieser Stadt - vielmehr versteckt in den kleinen, verwinkelten Gassen. Abseits des Tourismus, irgendwo zwischen Häuserschatten, seltsamen Gerüchen und geschmolzenen Eisresten. Diese Stadt. Mit ihrem einmaligen italienischen Charme. Wir kommen an. Am Piazza Santa Croce. Einer der schönsten Plätze dieser Welt. Ich liebe es hier. Und das nicht nur, weil selbst ich als Kind hier auf dem großen Platz vor der Kirchen schon tobte, sondern weil es der perfekte Ort und gerade die perfekte Zeit für einen schnellen Café ist. Und während die Kinder sich neben mir um ein Panini streiten, sitze ich da und genieße.

Wir brechen auf. Zurück zu unserer Unterkunft. Die gerade einmal zehn Minuten zu Fuß fernab des trubeligen Zentrums liegt. Doch vorher kaufen wir noch ein. Für ein leckeres Mittagessen. Weniger typisch: Nicht immer nur jeden Tag Pasta. Auch wenn das die Kinder sicherlich begrüßt hätten. Nein, wir haben uns auch gerne mit reichlich eingedeckt. Entweder auf einen der vielen Mercatos oder eben auch mal im Supermarkt. Weil Obst und Gemüse hier im Süden einfach immer besser schmeckt! Ich liebe es, täglich über den mercarto zu laufen. Frische Zutaten für das tägliche Essen zu besiegen. Die leckeren Produkte dann sofort zu verarbeiten, weil es auch einfach meist nicht anders geht. Da sie hier so lange reifen und ihr Aroma entfalten dürfen. Sich eben nicht auf eine lange Reise durch halb Europa machen müssen, um zum Verbraucher zu gelangen. Keine langen Lagerungszeiten. Keine langen Transportzeiten, die Vitamine rauben.

Italien ist eben nicht nur Pasta, Pizza und Bistecca. Italien ist eben auch „il bel paese“ und vor allem „la dieta mediterranea“: seit 2009 von der Unesco als schützendes Meisterwerk und Kulturerbe erklärt. Die Küche hat lange Tradition, besteht vorwiegend aus bäuerlichen "Arme-Leute-Gerichten". Fleisch kam schon damals nur selten auf den Tisch, denn das konnten sich nur wenige leisten. Viele traditionelle Gerichte sind deshalb vegetarisch und meist aus eigenem Anbau entstanden. Dadurch wird auch heute noch eher vermieden, auf naturfremde Supermarktprodukte mit vielen künstlichen Zusatzstoffen zurückzugreifen oder hormon- und antibiotika-belastete Lebensmittel zu verwenden.

Ja - die Italiener haben sich der Regionalität verpflichtet. Sie schätzen die biologische Landwirtschaft und unterstützen die noch vorhandenen zahlreichen traditionellen, handwerklich hergestellten regionalen Lebensmittel. Selbst in all Kochsendungen, die im italienischen Fernsehen laufen, hebt man die Wichtigkeit von guten Lebensmitteln hervor. Gar in Restaurants achtet man auf regionale Herkunft beim Verwendung aller Zutaten. Ach ich liebe es ja, mich hier mit diesem Thema wieder so sehr auseinanderzusetzen und vieles davon auch mit nach Hause zu nehmen. Denn Essen in Italien bedeutet Kultur - es wird zelebriert wie ein Ritual. Niemals ist es nur Nebensache, niemals schaufelt man sich massenweise Nudeln in den Bauch, um einfach nur satt zu werden. Niemals...

Nach einem Mittagsschlaf starten wir nachmittags Richtung Giardino. Es gibt unzählige davon in Florenz. Sie sind immer belebt und meist befinden sich dort noch richtig tolle Spielplätze. Wir marschieren also Richtung Giardino Dell' orticolura. Auch wenn uns die Temperaturen hier mehr an Sommer als an Herbst erinnern, so ist dieser doch schon spürbar nah. Die Blätter verfärben sich, fallen von den Bäumen und die Sonne wärmt nicht mehr ganz so stark, wie sie es noch vor einige Zeit getan haben muss.

Erst gestern, bei unserem Spaziergang durch den Park fiel mir besonders auf, wie schön hier einfach alles ist. Insbesondere der Park selbst. So waren wir ein wenig auf den Spuren meines Vaters unterwegs, der hier selbst vor knapp 65 Jahren noch als kleiner Junge Pinoli gesammelt hat. Und so beobachte auch ich meine Töchter dabei, wie auch sie große Freude daran fanden, hier zu spielen, zu entdecken und zu erkunden, wie mein Vater es damals wohl mit ähnlicher Freude tat.

Irgendwie scheint die Zeit in dieser Stadt stillzustehen. Auch für uns. Denn unser Aufenthalt dieses Jahr hier ist soviel mehr als Urlaub. Mehr als Familie besuchen. Dieses Mal ist alles wesentlich ruhiger und entspannter. Weniger stressig. Ohne viel Programm. Wir haben es so sehr genossen. Das dolce Vita, und dass uns nichts und niemand unter Druck setzt. Weder Haushalt, noch eine abzuarbeitenden „To do“-Liste. Mich zu entspannen, mir keine Zeitfester zu machen und zu begreifen, dass es so einfach sein kann, wenn wir uns nur darauf einlassen. Just: Living „la dolce Vita“ in Florence. Ja, wir leben langsamer. Aber dafür auch viel bewusster.

Bevor es dunkel wird, kann ich von hier aus ziemlich schnell die Wohnung meiner Tante, meines Onkels, meiner Cousine, meiner ganzen Familie erreichen. Meiner sehr großen Familie. Dort, wo wir fast jeden Abend gemeinsam am Tisch saßen. Während in der Küche, im Wohnzimmer und im Kinderzimmer gleichzeitig der Fernseher lief. Ich erinnere mich noch gut an die bunten, lauten, lustigen und emotionalen Abende mit ihnen. An denen wir lachten und quasselten. Bis spät in die Nacht. Abende, an denen unsere Kinder bis Mitternacht durchs Haus rannten, um dann irgendwann hundemüde ins Bett zu fallen.

An manchen Tagen gingen wir aber auch nach einem langen Spaziergang und genug Entertainment auf dem Spielplatz vom Giardino direkt wieder zur unserer Unterkunft. Kinder müde. Mama müde. Dann gönnen wir uns vorher aber einfach noch schnell ein leckeres Eis und fallen dann erschöpft, aber glücklich ins Bett. An anderen Tagen, wenn wir noch genug Power haben, besuchen wir den Mercato Centrale, welcher ebenfalls sehr zentral gelegen ist. In der zweistöckigen Markthalle findet man alles, was das (Feinschmecker-)Herz begehrt! Oder wir gehen einfach eine Kleinigkeit essen. Das kann man überall sehr gut in Florenz. Mein absoluter Tipp jedoch für leckere, zeitgenössische Küche im stylischen, modernen und coolen Anbiete? Die Foodyfarm. Und ja - die Kinder sind dort gerannt, haben getobt und nicht nur das Blatt Papier angemalt. Statt zu meckern, wurde gelächelt und gesagt: sei Bambine. Ja - ich liebe Italien. Und Florenz ganz besonders. Es ist nicht nur Heimat, sondern auch Mode und Kultur. Alles in Vereinbarkeit mir Familie und Kind.


Was ich euch auch sehr empfehlen kann: unbedingt einen Tag für San Gimigliano und Siena einplanen. Letztes Jahr auf unserer Toskana-Reise haben wir dort Halt gemacht und es hat sich sowas von gelohnt. Wer es etwas näher mag, der muss die Gärten von Boboli besuchen.

Und zum Schluss noch mein absoluter Shopping Tipp:

Fly Fashion loves you. Florence Association for international education
FLY ist das kreative Lernlabor für Studierende der Studiengänge Mode und Accessoires und Technologie an der Kunstuniversität Florenz. Die Verkaufsfläche ist für die Öffentlichkeit zugänglich und bietet hochwertige Vintage-, Konsignations- und aufstrebende Designer. 

Und ich? Ich hätte am liebsten alles dort gekauft.

Na, wer hat jetzt auch Lust auf einen kleinen Ausflug nach Florenz?

Fotocredit: Sophie Biebl

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