Playa del Carmen: Von Enttäuschungen und Flamingos

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Teresa Casamonti
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"Warum? Warum, um alles in der Welt bitte, haben wir das gemacht?" Und dabei trug am Ende nur ich die Schuld daran. Denn ich hatte all das organisiert. Ich hatte die Route gewählt. Ich hatte die Hotels gebucht. Ich hatte mich für diesen letzten Stopp entschieden. Ich hatte es verbockt.

Ok - von Anfang. Als ich anfing, diese Reise zu planen, schien es mir plausibel. Sogar notwenig. Unseren letzten Stopp so zu gestalten, dass er in einem Resort endete, dass uns noch einmal die nötige Entspannung liefen sollte, die wir nach all den Wochen, nach all der Fahrerei und all den Zwischenstopps, doch sicherlich so nötig haben würden. Was mir aber nicht klar war: dass sowohl der Standort, als auch die Unterkunft alles andere als passend für uns sein würden. Als ich dieses "All Inclusive"-Resort von Deutschland aus buchte, war mir nicht im Ansatz klar, dass uns die Touristen-Keule hier so hart treffen würde.


Riesige Pool-Anlage, aber auch riesige Enttäuschung!


Wir verbrachten die letzten sechs Tage im Iberostar. Einer riesigen Hotelanlage.  Pauschaltourismus vom feinsten. Ich fühlte mich ehrlich gesagt sehr verloren. Denn von all den Eindrücken, die wir bisher gesammelt hatten, von all den bisherigen Unterkünften, die wir bewohnt hatten, von all den Orten, die wir zuvor bereist hatten, verspürte ich hier nichts außer: Enttäuschung.

Doch einige Zeit später hörte ich auf - mit all den Selbstvorwürfen. Mit all dem Missmut. Ich hörte auf, mich zu ärgern und akzeptierte die Situation. Ich sah meine Kinder. Sie waren glücklich. Sie plantschten im Pool und bekamen mehrmals am Tag ein Eis. Sie genossen den Rhythmus aus Essen, schlafen und spielen. Ohne ins Auto steigen zu müssen, ohne wieder an einem anderen Ort aufzuwachsen. Sie genossen unseren langweiligen und öden Tagesablauf. Und jedes Mal, wenn meine Tochter anfing, zu strahlen -  dann, wenn sie einen der vielen Flamingos sah, die unser Resort beheimatete, immer dann, wenn sie über einen der vielen Pfaus lachte, immer dann, wenn sie die kleinen Waschbären umher rennen sah - da wusste ich: Auch wenn es sich für uns nicht so anfühlte - für unsere Kinder war es das aber: mehr als perfekt.

Und trotzdem fanden wir auch hier, fernab des Resorts, unsere kleinen persönlichen Highlights. So trafen wir Krebse und Schildkröten in Akumal und shoppten in der City ein wundervolles Gemälde von Frida Kahlo, dass auch schon ganz bald in unser neues Haus einziehen darf.

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