Jackpot Mädchenmama - We all should be feminist

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Teresa Casamonti
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"Und wisst ihr schon, was es wird?" Ja, wer kennt sie nicht? Zumindest alle Mamis unter euch, wissen, wovon ich rede. Denn bist du schwanger, werden sie dir diese Frage stellen. Alle. Wirklich alle. Und das unmittelbar nachdem sie von deinem kleinen Wunder erfahren haben. Sie werden sie dir stellen: die Frage nach dem Geschlecht. Junge oder Mädchen? 

Und während sie beim ersten Kind noch auf die Reaktion der Mami warten - schließlich darf jede Frau insgeheim, aber auch gerne lautstark ihren Geschlechterwunsch favorisieren und äußern - maßen sie sich beim Zweiten allerdings an, zu urteilen. Ja, vielleicht auch oftmals unbedacht, aber nicht weniger diskriminierend, werden sie losgelassen: all die dämlichen Äußerungen. Ein kleiner Ausschnitt davon? Gerne: "Oh - wieder ein Mädchen?", "Na, dann halt beim nächsten Versuch", "Ein Junge wäre doch schön gewesen", "Kann der Papa nur Mädchen machen?"

Ja, das sind nur einige Kommentare, auf die mein Umfeld hätte gerne verzichten dürfen. Meiner Meinung nach. Und - ganz ehrlich - aber verzeiht mir doch bitte, wenn ich darüber ernsthaft entsetzt bin und darüber nur den Kopf schütteln kann. Denn, bitte sagt mir, wenn ich mich irre, aber: Sind wir nicht bereits im 21. Jahrhundert angekommen? In einem Jahrhundert, in dem das Geschlecht eines Menschen so absolut gar keine Rolle mehr spielt. Und vor allem spielen sollte. In einem Jahrhundert, in dem nicht mehr unterschieden wird, ob du Mann oder Frau bist. Mädchen oder Junge. Männlich oder weiblich. In einem Jahrhundert, das weder das eine noch das andere bevorzugt, sondern einfach nur gleich behandelt. Und auch wenn es so scheinen mag, so sieht es in der Realität doch ganz anders aus.

Die Frage nach dem Geschlecht

"Hauptsache gesund!" gilt als moralisch korrekte Antwort auf die Frage: "Hättest du lieber einen Jungen oder ein Mädchen?" Vielen werdende Mamas und Papas ist es nicht egal, ob sie einen Jungen oder ein Mädchen bekommen. Sie haben ein Wunschgeschlecht. Und manchmal sind diese auch einfach nur recht oberflächlich.

Ein Kind zu bekommen - ein Herzenswunsch. Ein Kind zu haben - ein Segen. Inwieweit ist es dann wichtig, das Geschlecht zu wissen? Um uns darauf vorzubereiten? Fängt hier vielleicht schon der Fehler bei uns an? Weil wir ab dem Zeitpunkt, an dem wir erfahren, was es wird, auch gleichzeitig anfangen, unsere Kinder anders zu behandeln. Von ganz alleine geschlechtsspezifisch zu denken. Unterbewusst?

Der moderne Feminismus

Es geht schon lange nicht mehr um die Rechte für Frauen auf eine Ausbildung oder das Recht sich scheiden zu lassen, wenn der Mann sie betrügt. Nein, mittlerweile geht es nur noch darum, wie "Frau" in der Gesellschaft wahrgenommen wird und wie sie sich präsentiert. Wenn man dann sieht, was unseren Mädchen heute vorgelebt wird, finde ich das wirklich sehr bedenklich.

Das süße Mäuschen

Warum haben so viele Frauen immer noch Angst davor stark und selbstbewusst aufzutreten? Ist dies nur den Männer überlassen? Ich weiß es nicht. Aber Frauen neigen so oft dazu, sich klein zu machen. Im Internet kann man das besonders gut erkennen. Dabei sollten wir doch vielmehr zu den eigenen Qualitäten stehen und sie auch durchsetzen. Aber nicht in die Konfrontation gehen zu wollen ist tatsächlich eine sehr weibliche Sache.

Ich möchte das nicht für meine Mädchen. Ganz im Gegenteil. Ich möchte sie zu starken, selbstbewussten Frauen erziehen. Die Kritik verpacken. Sie nicht persönlich nehmen. Sondern daran wachsen. Frauen, die sich nicht ducken. Die sich nicht schämen, auch mal anzuecken. Und die verstehen, dass es gut ist, auch mal anzuecken. Die aus der Reihe tanzen, polarisieren. Sich nicht über ihr Äußeres definieren müssen.

Kinder neutral erziehen

Und so, mit dieser Einstellung im Rücken, versuche ich meine beiden Mädels großzuziehen. Sie zu starken und selbstbewussten Persönlichkeiten heranwachsen zu lassen. Sie Kind sein zu lassen. Sie sollen - unabhängig von ihrem Geschlecht - ihren Talenten und Interessen nachgehen dürfen. Ich möchte nicht eingreifen, nicht aufdrängen und vor allem nicht bestimmen. Sie Menschen sein lassen. Sie wertschätzen. Mit all ihren Vorlieben. Mit all ihren Wünschen.

Eure Teresa

Fotocredit: Elena Peters Fotografie

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