Barcelona - vom Zauber einer wundervollen Metropole

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Teresa Casamonti
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Barcelona ist die Hauptstadt Kataloniens und hat den Ruf einer unkonventionellen, eher chaotischen Stadt. Eine Stadt mit der idealen Größe, die lange Zeit von Industrie geprägt war und keinen Zugang zum Meer hatte. Eine Region, immer buntgemischt, geprägt von vielen Einwanderern, hat es dennoch geschafft, ihre eigene Identität zu bewahren. Und egal, was man von dieser Stadt halten mag, sie ist und bleibt ein Symbol für Freiheit, Originalität und Lebensfreude.

Barcelona. Eine Stadt, so lebenswert, so inspirierend, so stylisch. Eine Stadt, die so vieles bietet: Meer, gutes Wetter, eine außerordentliche Fußballmannschaft, sehr viele Möglichkeiten, um zu feiern und das Leben zu genießen. Gutes - sehr gutes Essen und Berge in der Nähe.

Eine Stadt entworfen für die Lebensqualität ihrer Einwohner – von einem Visionär, der schon ganz früh ihr großes Potenzial erkannt hat. Jeder sollte mit der gleichen Lebensqualität wohnen und nicht benachteiligt sein. Das Ziel: maximal 300 Meter von der nächsten Grünfläche entfernt zu wohnen. So wurden in den vergangenen Jahren immer mehr Bäume gepflanzt, kleine Innenhöfe geschaffen, die eben nicht dem Lärm einer modernen Stadt ausgesetzt waren. Jeder Innenhof ist heute geprägt durch seine Individualität und seinen ganz eigenen Stil. Heute befinden sich hinter all den großen Häusern, hinter all der zahlreichen wunderschönen Architektur, ganz eigene kleine Lebensräume, ganz eigene kleine Welten. Von Schulen über kleine Parks, von Kindergärten über heimische Läden: Barcelona nähert sich der Vision immer mehr. Nämlich nicht nur eine sehr ästhetische Stadt zu sein, sondern auch jedem Menschen jeder Herkunft gleichermaßen zu dienen. Ja. Barcelona definiert sich neu. Für seine Bewohner.

Ach ja - ich bin gerne hier. Einfach, weil ich mich hier so unglaublich wohlfühle. Weil diese Stadt mir einfach alles bietet: Von Kultur bis Nightlife. Weil ich hier abschalten kann. Rauskommen kann. Mich vom katalanischen Lifestyle treiben lasse. Ich nehme euch mit - auf einen langen Spaziergang durch Barcelona. Fernab der touristischen Attraktionen. Fernab der Ramblas und Sagrada Família. Wir schlendern lieber gemeinsam durch die schmalen, kleinen Gassen, erkunden den kleinsten, aber wohl ursprünglichsten Stadtteil Gràcia und finden heraus, warum wir Tapas einfach niemals nicht essen können.

Mein Tag startet früh morgens - hoch über den Dächern von Barcelona. Im Café Mirablau. Hier trinke ich meinen ersten Kaffee. Vor einer Glasfront sitzend habe ich einer der schönsten Panoramaaussichten auf Barcelona. Und genieße dabei den Sonnenaufgang. Bevor es zu Fuß runtergeht - ins Herz der katalanischen Hauptstadt. Bergab. Vorbei an zahlreichen Villen.

„In kaum einer anderen europäischen Stadt gibt es so viel Architektur zu bewundern wie hier. Barcelona, die Stadt mit den vielleicht imposantesten Gebäuden. Ende des 19. Jahrhunderts entstand hier sogar eine eigene Form des Jugendstils. Antonio Gaudi ist der prominenteste Vertreter dieser Kunstrichtung. Sein berühmtestes Kunstwerk, die Sagrada Famila, eines der Wahrzeichen der Stadt. Gaudis einmaliger Stil, von runden und organisch wirkenden Formen, ist überall in Barcelona zu erkennen. Auch im Park Guell, ein Gartenkomplex mit architektonischen Elementen.“ (Quelle: focus.de)

Kein Wunder: Zahlreiche Unternehmer haben sich hier im Zuge der Industrialisierung rund um den Hafen niedergelassen, um Teil des Handels zu sein. Um ihren Reichtum dann aber auch zu zeigen, ließen sie große Bauten errichten mit Hilfe einiger Künstler: Gaudí, Picasso, Miró oder eben auch Dalí. Ja, Barcelona war damals ein kleines Paris.

Hier meine Architekturfavoriten:

Monestir de Pedralbes (Klosteranlage)

Gran Teatre del Liceu (Opernhaus)

Casa Batlló und Casa Amatller

Park Güell

Gebäude am Plaça Sant Just

La Pedrera – Casa Milà

Sagrada Família

Catedral Basílica Metropolitana de Barcelona

Torre Agbar

(Quelle: momondo.at)

Weiter geht mein Spaziergang. Rein nach Gràcia - ein Viertel das ich sehr mag. Nicht nur weil hier einige meiner Freunde leben. Nicht weil es ein trendiges, kleines Hipster Viertel zu sein vermag. Ich mag es hier einfach. Vielleicht weil es am authentischsten ist? Es ist sehr katalanisch geprägt. Früher war es eine eigene Stadt und man ging von hier aus nach Barcelona. Auch die Architektur ist anders. Die Straßen sind schmaler. Es ist ein sehr linkes, sehr junges Viertel. Die Bewohner hier sind stolz auf ihre Region. Sie zeigen es mit der katalanischen Flagge, die hier vor einigen Fenstern oder vom Balkon aus runterhängt: Es ist ein Aufruf zur Unabhängigkeit. Diese Diskussionen führen auch wir hier. Ich bin neugierig und lausche gespannt, was die Menschen berichten, was sie bewegt. Hier in einer der vielen Bars. Und ich spüre es: Die Menschen wollen sich im Klaren darüber sein, was Identität heutzutage bedeutet. Der Ruf nach einem linksgerichteten Gefühl der Identität ist sehr groß. Wurden doch all die katalanischen Traditionen unter Francos Herrschaft verboten. Gràcia - ein Ort, an dem einzelne Komponenten der katalanischen Identität zusammengefasst sind

Abends geht es für mich ziemlich zielstrebig, vorbei am Plaça de Catalunya und der La Rambla, hin zu einem weiteren meiner Happyplaces: El Born. Das Viertel besticht durch seine kleinen Boutiquen, leckeren Bars und wunderschönen Hausfassaden. Im Übrigen findet ihr hier auch - ziemlich versteckt - das Museu Picasso. Bin ich nicht hier und gehe in einer der unzähligen leckeren Tapas Bars essen, halte ich mich sehr gerne am Strand auf. Genauer gesagt: in La Barceloneta. Könnt ihr euch das vorstellen? – Viele Jahre lang haben die Bewohner Barcelonas mit dem Rücken zum Meer gelebt. Die ersten Strände wurden im Zuge der olympischen Spiele angelegt. Dafür wurden alte Industriegebäude abgerissen und eine Wohlfühl-Oase für die Einwohner geschaffen, die nun zum ersten Mal Zugang zum Meer bekamen. Heute gibt es insgesamt acht Strände inklusive schöner Promenaden mit unzähligen Restaurants, die zum Essen und Verweilen einladen. Kaum zu glauben, dass hier vorher nur eine verlassene Industriestruktur vorherrschte. Diese Standorte waren verlassen, weil sie im Bürgerkrieg zerbombt wurden. Heute hat Barcelona insgesamt fünf Kilometer Strand und ist ein beliebtes Erholungsgebiet für Touristen und Einheimische. Mein Tipp, La Barceloneta, war ursprünglich von Fischern und Fabrikarbeitern bewohnt und galt es als ziemlich übler Ort. Hier gab es viele Prostituierte und Hausbesetzer. Kurz: Vermutlich niemand hatte den Wunsch, hier zu wohnen.

Heute sieht das schon ganz anders aus. La Barceloneta ist ein Ort zum Relaxen geworden und ist authentischer denn je. Fernab der Promenade, versteckt in kleinen Gassen, findet ihr sehr viele authentische Bars und Restaurants. Ich verspreche euch: Ihr werdet nicht enttäuscht sein. Tapas, also. Die genialste Erfindung seit es Essen gibt. Findet ihr auch? Das ist nicht nur so typisch für Barcelona, sondern auch fast überall richtig lecker. In Sachen Pintxos heißt das Motto hier „Selbstbedienung“. Bei deiner Ankunft in einer Bar drückt man dir sicherlich einen Teller in die Hand. Kellern laufen mit verschieden Platten herum und du bewahrst die Zahnstocher auf, an denen jeder Pintxo aufgespießt sind . Am Ende stellt man deine Rechnung nach der Anzahl von Zahnstochern zusammen. Genial, oder?

Ja - falls es euch tatsächlich mal nach Barcelona verschlagen sollte - taucht in diese Stadt ein. Nicht als Tourist. Denn Barcelona hat mich dazu gebracht, mich so sehr in diesen Ort zu verlieben, dass ich am liebsten bleiben möchte. Daher kann ich euch nur raten: Besucht diese Stadt wie ein Einheimischer und taucht mit in das Leben, in den Lifestyle und all ihre Emotionen ein. Ja, Barcelona ist sehr touristisch. Aber wenn du nur eine Straße weitergehst - nur eine Straße, dann verändert sich alles. Dort findest du das wahre Leben dieser Stadt. Es gibt ältere Menschen, die hier seit Jahren wohnen. Wunderschön und lebhaft. Und auch wenn Touristen viel Raum einnehmen, verdient Barcelona es, aus einem neuen Blickwinkel gesehen zu werden.

Eure Teresa

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