Bali. Seine Tempel, Affen, Reisterrassen und Farbe.

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Teresa Casamonti
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Meine Erwartungen waren hoch - zu hoch leider. Denn am Ende blieben sie ganz weit hinter meinen Vorstellungen. Ja, so ist es: Immer wieder liest man sich durch Reiseblog-Berichte, die sich vor lauter Schwärmereien kaum zügeln können. „Faszination Bali“, „Oh Bali Life“ oder „Bali - Liebe unseres Lebens“ sind nur einige Titel, die diese euphorischen Texte einläuten. Bin ich die einzige, die Bali den Titel „Oh Bali – wie sehr war ich von dir enttäuscht“ geben würde? Nein – denn auf unserem Rückflug nach Deutschland sollte ich auf eine Backpackerin treffen, die mich in all dem bestätigen würde, was ich mir in einem langen Gespräch mit ihr von der Seele reden konnte. Bali hat in den letzten Jahren sehr viel an Flair verloren. Der Tourismus hat Bali in der Hand und breitet sich immer mehr aus. Es gibt nur noch wenige Ecken, die „unberührt“ erscheinen, die authentisch sind, wo man noch etwas von Balis früherer Magie finden kann.

Aber nun auf Anfang. Bali - unser Highlight am Ende der Reise. Ich freute mich so sehr. - Zu sehr? Wir strandeten in Seminyak und hatten dort eine wundervolle Unterkunft. Wir genossen den ersten Abend bei unserem ersten Sonnenuntergang auf Bali zwischen bunten Schirmen und Säcken, die entlang des Strandes aufgebaut waren. Der Cocktail schmeckte gut und das Essen war auch ok. Atmosphäre - ziemlich mau. Von weit her dröhnte schlechte Partymusik und alles hatte ein wenig Ballermann-Flair. Damit war hier nichts, rein gar nichts: so "typisch Bali". Wir blieben zwei Tage und zogen dann weiter. Nach Ubud. Ins grüne Paradies.

Ubud: auch hier zerstörte die Realität ein wenig meine doch sehr großen Erwartungen von diesem Aufenthaltsort. Das ehemals Künstlerdorf, umringt von Reisterrassen, ist heute vor allem nur noch eine Touristenattraktion. Abends entschied ich mich, zu einen der hier täglich angebotenen Shows in einen der Tempel zu gehen. Nach Sonnenuntergang, im Schein der Kerzen und Fackeln, versöhnte ich mich für einen kleinen Augenblick mit Bali und schloss diesen magischen Moment in mein Herz ein.

Und doch - Ubud ist es wert. Man muss nur hinter die Fassade aus Touristen-Attraktionen schauen können. Wir durften an der Hand eines Einheimischen ein wenig in das ursprüngliche Leben dort eintauchen. Und ja, es war schön. Sehr sogar. Und eines muss man den Balinesen lassen: Überall duftet es - dank der zahlreichen Göttergaben, die an jeder Türschwelle liegen und täglich neu aufbereitet werden - so, so gut.

Unsere Reise führte uns weiter nach Lovina. Nicht, ohne auf dem Weg dorthin diverse Stationen einzuhalten: So hielten wir an den Jatiluwih Reisterrassen - Unesco Weltkulturerbe und daher noch die wohl ursprünglichsten und beeindruckendsten in ganz Bali, am Pura Tirta Empul - eine der heiligsten und wichtigsten Tempelanlagen Bali. Man sagt, die heiligen Quellen heilen Krankheiten und Schmerzen, weswegen sämtliche Einheimische täglich dort hinpilgerten. Wir besuchten den Pura Ulun Danu Bratan und machten einen Ausflug zu den Gitgit Waterfalls - einem atemberaubenden Naturspektakel. Zweifelsohne waren dies wundervolle Erfahrungen und Eindrücke.

Der Norden Balis zeigte sich als der bisher authentischste Aufenthalt auf der Insel. Von dort reisten wir weiter. Runter in den südlichsten Teil der Insel - in der Hoffnung, in Uluwatu mit seinem Padang Padang Beach endlich auch ein paar Traumstrände anzutreffen. Mit dem Roller erkundeten wir dort die Gegend, shoppten ausgefallene Klamotten, trafen auf stylische Surferboys und ernährten uns nur noch vegan und organisch. Wir hatten also das Hipster Paradies auf Bali gefunden. Aber immer noch nicht Balis wahres Gesicht entdeckt.

Vielleicht waren meiner Erwartungen zu hoch. Vielleicht lag Bali aber auch im Schatten seiner kleinen Schwester Koh Lanta. Vielleicht hatten wir unser Herz in Thailand verloren. - Ganz vielleicht werden wir Bali noch einmal eine Chance geben. Und dann noch ein bisschen länger dort bleiben.

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