Backpack Life in Ho Chi Minh

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Teresa Casamonti
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Es war mitten in der Nacht als wir Vietnam erreichten. Fast 20 Stunden Anreise lagen hinter uns. Wir waren müde und hungrig. Und wir waren geschlaucht. Der Flug von Dubai bis nach Ho Chi Minh hatte es echt in sich. In den acht Stunden Flugzeit schlief Paulina vielleicht zwei Stunden. Dazwischen spielten wir die Entertainer. Sie krabbelte, quengelte und wanderte von einem Schoß auf den nächsten. Aber auch dieser Flug neigte sich irgendwann dem Ende entgegen. Und irgendwann, mitten in der Nacht landeten wir. Das grelle Licht am Gepäckband brannte mir in den Augen und ich konnte es kaum erwarten, endlich den Flughafen zu verlassen. Draußen warteten unzählige Reisende. Und Taxifahrer. Nach vier Anläufen fanden wir auch endlich einen Fahrer, der uns für einen vernünftigen Preis zu unserem Hotel bringen sollte.

Was wir bis dahin nicht wussten: dass sich unser Hotel in einer sehr belebten Straße eines äußerst beliebten Backpackerviertels befand. Mitten auf der Bui Vien Street, so heißt sie. In den engen Straßen tummelten sich unfassbar viele Menschen. Sie saßen an kleinen Tischen, eng nebeneinander, aßen und quatschten. Niemandem schien der ganze Trubel etwas auszumachen. Selbst Paulina nicht. Mit großen Augen beobachtete sie das laute Treiben. Mir hingegen war das alles zu viel. Zu viel Lärm, zu viele Roller. Ich wollte nur noch aufs Zimmer und ins Bett. Spätestens als eine katzengroße Ratte unseren Weg kreuzte, entschied ich, dass es mir eindeutig zu viele Eindrücke auf einmal waren. Und so gingen wir zurück. In unser eher schäbiges Zimmer. Mit einer viel zu lauten Klimaanlage, knurrendem Magen und dem Gedanken, direkt wieder abzureisen, schliefen wir irgendwann ein.

Ausgeschlafen und bereit, Vietnam und damit unser erstes Ziel auf dieser Asienroute zu erkunden, starteten wir positiv in den Tag. Bei Tageslicht sah es auf der Bui Vien auch schon viel freundlicher aus. Allerdings nicht weniger dreckig, denn das Tageslicht offenbarte uns all das, was nachts nur schemenhaft zu erkennen war. Wir frühstückten, warteten den plötzlichen und heftigen Regenschauer ab und zogen los. Ohne festes Ziel. Wir marschierten einfach drauf los. Von der Buie Vien, Richtung Notre Dame, an unzähligen Parks vorbei, ein Zwischenstopp im Zum vegetarian, einem der besten lokalen Restaurants, zum Ben Than Market, um abends im Brixton Tower die atemberaubende Sicht über Saigon zu genießen. Natürlich bei einem leckeren Cocktail.

Liebe oder hasse diese Stadt? Ich tat beides. Sie ist laut, dreckig und stickig. Sie ist aber auch freundlich, faszinierend und voller kleiner Überraschungen. An jeder Ecke gibt es etwas Neues zu entdecken. Hinter seiner grauen Fassade aus unzähligen Rollerfahren und zahlreichen Baustellen versteckt sich ein tubeliger Kern, den es zu erkunden lohnt.

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